Seit etwas mehr als fünf Jahren laufe ich täglich mindestens einen Halbmarathon. Ausnahmen gab es wenige: Krankheit (insgesamt vielleicht 8-10 Tage), Verletzungen (ca. 2-3 Wochen), Urlaub (2 Wochen) – ansonsten mindestens 21,1 km/Tag, in der Regel deutlich mehr.
In den Sommerferien 2021 waren wir als Familie in München in der Jugendherberge, da schrieb ich an Oliver Giers von der Schwäbischen Post, dass ich die 5.000 Kilometer schon voll hätte. Binnen einer Woche war daraus der Plan entstanden, einen Zeitungsartikel über mich zu machen. Und es gab sogar noch ein YouTube-Video, auf das ich bis heute immer wieder von Kolleg:Innen und Schüler:Innen angesprochen werde:
Gut, aber nun sind schon mehr als fünf Jahre vergangen, statt damals 45 Jahre bin ich nun fast 51 Jahre alt. Diesen Unterschied spüre ich schon. Noch dazu frisst das Laufen in diesem Umfang schon einiges an Zeit.
Aktuell stehe ich an Arbeitstagen um ca. 2:30 Uhr auf, mache mich fertig, wärme mich auf, laufe dann von ca. 3:30 bis 5:45/50 Uhr. Dann geht’s ab in die Dusche und dann in die Schule. Dieses System funktioniert ziemlich gut, hat aber halt auch zwei gewaltige Pferdefüße: Ab spätestens dem frühen Nachmittag werde ich krass müde (zwei Stunden und 15-20 Minuten volle Power beim Laufen in Kombination mit dem frühen Aufstehen) und diese gut zweieinhalb bis drei Stunden (Laufen & Aufwärmen) fehlen mir im restlichen Tag.
Daher halte ich es für angemessen, jetzt etwas zu ändern. Am 27. September laufe ich noch einmal ein offizielles Rennen: Den Einstein Marathon in Ulm, also die vollen 42,2 km. In den zwei Wochen davor soll ich ja sowieso reduzieren, um frisch und erholt in den langen Lauf zu starten. Das trifft sich gut. Mein Ziel für den Lauf sind drei Stunden und 20 Minuten. Das ist ziemlich realistisch, denn bei dem Wettbewerb ist viel Adrenalin im Spiel, das pusht ordentlich, noch dazu ist es in Ulm im Vergleich zu hier seeehr flach (hier bin ich vor ein paar Wochen einen vollen Marathon mit drei Stunden und 25 Minuten gelaufen, dabei kamen aber gut 500 Höhenmeter zusammen).
Was aber kommt dann? Das BESTE am täglichen Laufen ist, dass es keine Diskussion (gemeint ist „intern“, mit anderen diskutiere ich darüber ja nicht) gibt, ich laufe auf jeden Fall. Aber mein Plan ist bestechend einfach: Ich wechsle auf ein Zeitmodell. Statt einer festen Strecke laufe ich einfach mit einem Alarm, der mich zur Halbzeit zum Umdrehen bringt, dann geht’s wieder zurück. Und dann suche ich mir nach anstehendem Tagespensum aus, ob es 60 oder 90 Minuten werden. An den Wochenenden werden sich selbstverständlich auch einmal längere Läufe ergeben. Aber eben nicht mehr zwangsweise, aus dem Gefühl einer Pseudo-Verpflichtung heraus.
Ich finde diesen Plan ziemlich super – und ich freue mich sehr darauf, einfach mal wieder eine Stellschraube an meinem eigenen Leben zu verändern.

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