Gestern war der erste Ferientag der sog. „Faschings-“ oder „Winterferien“, schon am Freitag Nachmittag hatte ich drei volle Stunden geschlafen, über Nacht kamen noch einmal acht bis neun Stunden dazu – so konnte ich einen Teil des Defizits ausgleichen, das sich in den Tagen davor angesammelt hatte. Und nun war ich voller Energie und experimentierfreudig.
Normalerweise geht meine Strecke von unserem Ortsteil (Aalen-Grauleshof) aus eher in Richtung Norden oder Nord-Osten, also ganz grob Richtung Ellwangen oder Westhausen. Gestern entschied ich mich ganz spontan um und lief eher Richtung Süden/Süd-Osten, über den Birkhof in Richtung Unterkochen und dann weiter auf der alten Schättere-Trasse.


Zur Schättere-Trasse könnte man unglaublich viel erzählen, doch ich beschränke mich auf zwei Fakten:
- Die Schättere-Trasse ist eine stillgelegte Eisenbahnstrecke, die von Aalen nach Ebnat, also aufs Härtsfeld, führte. Die Schienen sind schon lange entfernt worden, aber die Einschnitte in die Felsen sind noch deutlich zu sehen. Die Strecke ist leider ziemlich zugewuchert, Büsche und kleinere Bäume wachsen allenthalben im alten Schienenbett, ein Durchkommen war immer schwer – ich habe es ein- oder zweimal versucht und nach kurzer Zeit aufgegeben, das war einfach kein Vergnügen. Aber – und das ist ein echter Vorteil der Strecke – der Anstieg verläuft ganz gleichmäßig und wird nie zu steil. Das ist unglaublich angenehm zu laufen.
- Links neben der eigentlichen Schättere-Trasse verläuft ein regulärer Schotterweg, der für die regelmäßig stattfindenden Waldarbeiten benötigt wird. Diesen Weg bin ich in den letzten Jahren häufig entlang gelaufen, er bringt viele zusätzliche Steigungen mit sich, da man hierfür nicht den Fels durchschnitten hat. Auf dem Weg hinauf (in Richtung Ebnat) wählte ich auch gestern diesen Weg. Dabei blickte ich immer wieder nach rechts auf die alte Trasse. Und ich sah, dass – vermutlich durch Mountainbiker, Wanderer und andere Trailrunner – ein passabler Pfad erkennbar war, der durchweg zu sehen blieb und auch noch komplett freigeräumt zu sein schien. Das wollte ich dann unbedingt testen.
Langer Vorrede kurzer Sinn: Rauf nahm ich den normalen Weg, abwärts wählte ich die alte Eisenbahn-Trasse. Und das war absolut fantastisch!

Wie im Foto zu sehen ist: Der Weg ist ganz klar zu erkennen, er wird anscheinend häufig und intensiv genutzt. Das machte ich mir zunutze. Natürlich gab es auch Stellen, an denen der Bewuchs von beiden Seiten her etwas näher kam, aber in der Summe war es wirklich machbar.

Immer wieder gab es solche Stellen, an denen umgestürzte Bäume über den Weg gefallen waren. Alles in allem wirklich schön anzusehen – und, wie schon geschrieben, offensichtlich so viel genutzt, dass der Weg stets klar zu erkennen war. Sensationell!
Nun gut, ich kann meine Begeisterung kaum verbergen, diese Strecke hat es mir angetan. Also werde ich sie einfach demnächst, vielleicht mal nicht bei stetigem Nieselregen, noch einmal in Angriff nehmen.

Meinen hier bereits geschilderten Plan, dieses Jahr kürzer zu treten, halte ich gut durch. Es gibt keine Tage, an denen ich in diesen ersten anderthalb Monaten mehr als 22 Kilometer gelaufen bin. Soweit kam ich in den letzten Jahren nie, irgendwann musste ich einfach mal 28 oder 30 Kilometer einschieben. Nicht so dieses Jahr…
Der Plan, mich einem richtigen Marathon-Trainingsplan auszusetzen, steht weiterhin. Demnächst werden neue Laufschuhe fällig, meine letzten zwei Paare haben schon wieder gut 5.000 Kilometer zusammen auf dem Buckel, noch dazu löst sich bei den New Balance-Schuhen die Sohle hinten zunehmend auf. Bei dem Schuhladen, in dem ich immer meine Schuhe kaufe, gibt es auch Trainingspläne für einen Marathon, so einen werde ich mir vermutlich mitnehmen.
Gemeinsam mit meiner Frau und meiner jüngsten Tochter habe ich mich in Ulm für den Einstein-Marathon angemeldet: Die Elterngeneration läuft den vollen Marathon (Sparkassen-Marathon), unsere Tochter den Halbmarathon (Beurer-Halbmarathon). Mal sehen, wie das als Familien-Event wird.
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