Da scheint etwas zu eskalieren…

In dieser Woche war ich – wie üblich – an jedem Tag morgens beim Laufen, aktuell ist es meist die gleiche Strecke, denn die ist momentan frei von Waldarbeiten, die das Vorankommen immer dann einschränken, wenn man es gerade eilig hat – und wenn man vor der Arbeit läuft, hat man es immer eilig…

Gerade erst vor zwei oder drei Tagen wurden an einigen Punkten Hinweisschilder für die Mountainbike-Fahrer angebracht, im Bild oben rechts zu erkennen. Auch wenn man es kaum glauben mag, auch an dieser Stelle gibt es einen schmalen Pfad, der zumindest gelegentlich von Mountainbikern genutzt wird.

Hier ein solches Schild aus weniger Entfernung: Klar zu erkennen ist der rote Teil mit dem Text: „NO RIDE! NUTZE LEGALE TRAILS!“ Im rechten Teil ist dann eine Überblickskarte über die nähere Umgebung mit allen legalen Trails. Ein ziemlich guter Service – könnte man meinen.

Ganz offensichtlich scheinen diese Schilder, die nun – wie oben erwähnt – gerade einmal zwei oder drei Tage stehen, auf ein gewisses Maß an Antipathie gestoßen zu sein, denn bei meinem heutigen Lauf fand ich mehrere dieser Schilder zerstört oder demontiert vor:

Hier wurde offensichtlich mit einer Motorsäge oder einer Flex kurzer Prozess gemacht. Mindestens drei weitere solcher leerer Pflöcke, die gestern früh noch bestückt waren, sah ich auf meiner Route.

An anderen Stellen wurden die Schilder einfach abgeschraubt, eventuell findet man sie ein paar Meter weiter im Unterholz – oder als Trophäen an der Wand eines empörten Mountainbikers… Auch diese Variante (das „Abschrauben“, nicht die „Trophäe“) sah ich heute mehrfach auf meinem Weg.

Begonnen hat dieses etwas aggressivere Vorgehen der Mountainbiker-Community aus meiner Wahrnehmung im letzten Jahr. Da wurden an etlichen Stellen kleine gelbe Schilder mit schwarzem Aufdruck angebracht, die einfach nur „Legaler Trail ✔️“ oder „Illegaler Trail ❌“ zeigten. Viele dieser Schilder waren am einen Morgen frisch angebracht, am nächsten Morgen verschwunden – oder noch einmal anders: Jemand hatte den Pflock um 180 Grad gedreht, sodass das Schild erst dann lesbar war und auffallen konnte, wenn man diesen Trail am oberen Ende verließ (und ich vermute mal, dass diese Variante wesentlich seltener vorkommt).

Nachdem ich heute die Bilder gemacht hatte, entdeckte ich einen Artikel in der Lokalzeitung Schwäbische Post, bei dem es um einen Streit zwischen Mountainbikern und Umweltschützern bezüglich einer neu angelegten Strecke im Langert (das ist die Gegend unterhalb des Aalbäumles) geht. Ohne davon zu wissen, wurde ich wohl ein Augenzeuge eines allmählich eskalierenden Konflikts zwischen den beiden Seiten (Stadt Aalen, Forst BW und Umweltschützer auf der einen, die Mountainbiker-Community auf der anderen Seite).

Mein Standpunkt ist: Wird ein Trail als illegal markiert, sollten die Mountainbiker ihn nicht befahren. In der Regel wird das gute Gründe haben. Gleichzeitig habe ich ein gewisses Verständnis dafür, dass manche Mountainbiker das Gefühl haben, an ihrem „Hausberg“ die schon etliche Male befahrenen Wege auch weiterhin nutzen können zu dürfen. Dennoch: Mit dem Auto fährt man auch nicht gegen die Fahrtrichtung in eine neu eingerichtete Einbahnstraße, weil die Verkehrsregelung es klar verbietet. Warum also muss man auf Teufel komm raus mit dem Mountainbike gegen solche mit vermutlich gutem Grund aufgestellten Regeln verstoßen?

Um nun wieder von diesem eher negativ geladenen Teil wegzukommen, gibt es noch einen schönen Ausblick vom Rand des Steinbruchs oberhalb von Röthardt:

Ich freue mich schon darauf, dieses Foto in drei oder vier Wochen zu wiederholen, wenn die Pflanzen sprießen und das Grün an allen möglichen Ecken durchbricht, um das Braun/Grau des Winters zu vertreiben.

Screenshot aus der Fitness-App von Apple

Nachdem ich unter der Woche in der Regel zu wenig schlafe, war ich gestern Abend schon gegen 21 Uhr völlig ausgeknipst, blieb dann aber bis kurz vor sieben im Bett. Und mehr als neun Stunden Schlaf sorgten für einige überschüssige Energie, die ich beim Laufen „investieren“ konnte.

Screenshot aus der Fitness-App von Apple

Diese Route ist seit ca. zwei oder drei Wochen meine Standard-Route, da hier an keinem Punkt der Weg durch Waldarbeiten eingeschränkt wird. Hoffentlich bleibt das noch eine Weile so. Die Suche nach einer neuen tauglichen Route kann manchmal ganz schön lästig sein.


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